Panoramastraße zum Großglockner

Großglockner Hochalpenstraße

Es gibt Straßen, auf denen man einfach fährt, und es gibt die Großglockner Hochalpenstraße. Auf 48 Kilometern und in 36 Kehren windet sie sich durch den Nationalpark Hohe Tauern, vorbei an Almwiesen, Lärchenwäldern und schließlich durch felsiges Hochgebirge, bis Österreichs höchster Berg plötzlich zum Greifen nah ist: der Großglockner mit 3.798 Metern. Seit ihrer Eröffnung 1935 zählt die Straße zu den beliebtesten Ausflugszielen des Landes, und wer sie einmal gefahren ist, versteht sofort, warum.

Gebaut wurde sie in den 1930er-Jahren unter der Leitung von Franz Wallack. Am Fuscher Törl auf 2.428 Metern erinnert eine Gedenkstätte an die Arbeiter, die beim Bau ums Leben kamen, und von hier aus sieht man von der Salzburger Seite aus zum ersten Mal den Großglockner. Wer über eine kurze Stichstraße zur Edelweißspitze hinauffährt, erreicht mit 2.571 Metern den höchsten befahrbaren Punkt der Straße und einen Rundblick auf über 30 Dreitausender. Ein Stück weiter warten an der Fuscher Lacke zahme Murmeltiere, die im Pinzgau liebevoll „Mankei“ heißen, und im Haus Alpine Naturschau auf rund 2.260 Metern lässt sich die Bergwelt der Hohen Tauern genauer entdecken. Über die Passhöhe Hochtor auf 2.504 Metern geht es schließlich hinüber nach Kärnten.

Der Höhepunkt ist die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe auf 2.369 Metern, benannt nach dem Kaiser, der 1856 bis zu dieser Stelle wanderte. Von hier blickt man direkt auf den Großglockner und hinunter auf die Pasterze, den größten Gletscher Österreichs. Im Besucherzentrum geht es in Ausstellungen um Gletscher, Eis und den Mythos Großglockner, und mit etwas Glück sitzen draußen Murmeltiere zwischen den Felsen. Das Schöne für Familien: Die Ausstellungen, Themenwege und Spielplätze entlang der Straße sind im Ticket inbegriffen und kosten nichts extra.

Anreise, Öffnungszeiten und Tipps

Ausflug ab Hinterglemm

Aus Saalbach Hinterglemm ist die Großglockner Hochalpenstraße ein lohnender Tagesausflug. Die Anfahrt führt über Zell am See und Bruck nach Fusch an der Großglocknerstraße, wo bei der Mautstelle Ferleiten auf rund 1.145 Metern die eigentliche Auffahrt beginnt. Für die Fahrt mit allen Stopps sollte man gut drei bis sechs Stunden einplanen, dazu kommt die An- und Rückreise. Wer lieber nicht selbst durch die Kehren fahren möchte, steigt in Zell am See in den Glocknerbus. In den Sommermonaten fährt er einmal pro Woche bis zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, unterwegs erzählen Nationalpark-Ranger Spannendes über Tiere und Pflanzen. Nach Zell am See kommt man mit der JOKER CARD kostenlos mit dem Postbus, das Ticket für den Glocknerbus selbst ist allerdings nicht inbegriffen.

  • Start Salzburger Seite: Mautstelle Ferleiten bei Fusch an der Großglocknerstraße
  • Saison: je nach Schneelage von etwa Anfang Mai bis Anfang November, im Winter gesperrt
  • Letzte Einfahrt: jeweils 45 Minuten vor der Nachtsperre
  • Inklusive: Ausstellungen, Themenwege und Kinderspielplätze entlang der Straße
  • Glocknerbus: ab Zell am See, im Sommer einmal pro Woche mit Nationalpark-Ranger
  • Tipp: Früh losfahren. Am Morgen ist die Sicht oft am klarsten, und an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ist es noch ruhig, bevor die Reisebusse ankommen.
  • Tipp: Eine warme Jacke einpacken. Auf über 2.000 Metern ist es auch im Hochsommer deutlich kühler als im Tal.
  • Tipp: Vor der Abfahrt den aktuellen Straßenzustand auf grossglockner.at prüfen. Im Frühjahr und Herbst kann je nach Wetter Winterausrüstung vorgeschrieben sein.


Im Hochsommer bieten Nationalpark-Ranger an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe kostenlose geführte Wanderungen über den Panoramaweg an, eine schöne Gelegenheit, den Gletscher und die Tierwelt mit fachkundiger Begleitung zu erleben. Und wer noch Zeit hat, verbindet die Rückfahrt mit einem Abstecher an den Zeller See.



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