Europas Wasserriesen im Nationalpark

Krimmler Wasserfälle

Man hört sie, bevor man sie sieht. Schon auf dem Weg vom Parkplatz wird das Rauschen lauter, die Luft kühler und feuchter, und dann steht man vor einem der eindrucksvollsten Naturschauspiele der Alpen: den Krimmler Wasserfällen. Über drei Stufen stürzt die Krimmler Ache hier rund 380 Meter in die Tiefe. Damit gelten die Fälle als die höchsten Europas und zählen zu den fünf höchsten Wasserfällen der Welt. Jedes Jahr kommen mehrere hunderttausend Besucher, und trotzdem fühlt sich der Moment am untersten Fall jedes Mal ein bisschen überwältigend an.

Die Wasserfälle liegen am Rand des Nationalparks Hohe Tauern und stehen schon seit 1958 unter Landschaftsschutz, wenige Jahre später wurden sie zum Naturdenkmal erklärt. Ein schöner Fakt für alle, die gern genauer hinschauen: Das Wasser braucht vom Gletscher mehrere Stunden bis zu den Fällen, deshalb führt die Krimmler Ache am späten Abend am meisten Wasser. Dem feinen Sprühnebel, der am Fuß der Fälle in der Luft hängt, wird außerdem eine wohltuende Wirkung auf die Atemwege zugeschrieben. Spätestens nach ein paar tiefen Atemzügen versteht man, warum viele hier länger stehen bleiben als geplant.

Vom untersten bis zum obersten Fall

Der Wasserfallweg

Hinauf geht es über den Krimmler Wasserfallweg, den der Österreichische Alpenverein angelegt hat und bis heute betreut. Vom Parkplatz erreicht man den untersten Wasserfall in rund 10 bis 15 Minuten. Dieser erste Abschnitt bis zum Kürsingerplatz ist barrierefrei und damit auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl gut machbar. Der unterste Fall ist übrigens ganzjährig zugänglich, also auch im Winter einen Abstecher wert.

Wer weitergeht, steigt auf gut angelegten Serpentinen mit vielen Aussichtspunkten bis zum obersten Fall und braucht dafür ungefähr eine Stunde. Mit jeder Kehre ändert sich der Blick auf das tosende Wasser, und immer wieder weht einem der Sprühnebel ins Gesicht. Oben öffnet sich der Blick hinunter auf Krimml und ins Salzachtal. Wer noch Lust hat, wandert weiter ins Krimmler Achental, eines der schönsten Täler im Nationalpark, wo die Krimmler Ache noch ganz ruhig durch die Almwiesen fließt.

Anreise, WasserWelten und Tipps

Ausflug ab Hinterglemm

Direkt am Eingang liegen die Krimmler WasserWelten. Auf über 6.000 Quadratmetern gibt es 25 interaktive Stationen rund ums Wasser, verteilt auf das Wasserfallzentrum, das Haus des Wassers und einen Wasserpark für Kinder. Das passt gut als Abschluss nach der Wanderung oder als Programm, falls ein Teil der Familie lieber unten bleibt. Praktisch: Mit dem Kombiticket für WasserWelten und Wasserfallweg ist das Parken auf den Parkplätzen P4 und P5 bereits enthalten. Das Parkticket muss bis 16:30 Uhr an der Kassa im Wasserfallzentrum entwertet werden.

Aus Saalbach Hinterglemm ist Krimml ein klassischer Tagesausflug. Mit dem Auto geht es über Zell am See und Mittersill durch den Oberpinzgau. Wer das Auto stehen lassen möchte, kommt mit der JOKER CARD kostenlos hin: zuerst mit dem Postbus von Hinterglemm nach Zell am See, dann mit der Pinzgauer Lokalbahn gemütlich durch das Tal bis Krimml. Die Schmalspurbahn fährt im Stundentakt auf der rund 53 Kilometer langen Strecke, und vom Bahnhof Krimml bringt ein Anschlussbus die Fahrgäste in wenigen Minuten zu den Wasserfällen. Wer es nostalgisch mag, nimmt im Sommer den Dampfzug, der allerdings nicht in der JOKER CARD enthalten ist.

  • Lage: Krimml im Oberpinzgau, am Rand des Nationalparks Hohe Tauern
  • Wasserfallweg: von Mai bis Ende Oktober durchgehend geöffnet, der unterste Wasserfall ist ganzjährig zugänglich
  • WasserWelten: Mai bis Ende Oktober, täglich 9:00 bis 17:00 Uhr, letzter Einlass 16:30 Uhr
  • Gehzeit: ca. 10 bis 15 Minuten zum untersten Fall, rund eine Stunde bis zum obersten Fall
  • Barrierefrei: bis zum Kürsingerplatz am untersten Fall
  • Anreise ohne Auto: Postbus und Pinzgauer Lokalbahn, mit der JOKER CARD kostenlos
  • Parken: kostenpflichtig, mit dem Kombiticket bereits enthalten
  • Tipp: Regenjacke oder winddichte Jacke einpacken. In der Nähe der Fälle wird es durch den Sprühnebel schnell feucht und kühl, auch an heißen Tagen.
  • Tipp: Früh starten. Am Vormittag ist der Weg ruhiger, und es bleibt Zeit für einen Abstecher.


Auf dem Rückweg lohnt sich ein Stopp in Mittersill beim Nationalpark-Besucherzentrum der Hohen Tauern. Und wer mit der Pinzgauer Lokalbahn fährt, kann an vielen der rund 40 Haltestellen aussteigen und die Rückfahrt zu einer kleinen Entdeckungsreise durch den Oberpinzgau machen.



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